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Der historische Haushalt Historische Haushaltstipps

Diese Seite beschäftigt sich mit althergebrachten und heute wieder modernen Haushaltstipps.

Der historische Haushalt unterscheidet sich in den Grundinhalten kaum vom modernen Haushalt - die Ausprägung und Gewichtung war jedoch eine andere. „Das materielle Wohlsein im Hause, die sichere Behaglichkeit in den eigenen Räumen sind die ersten Bedingungen zu einem glücklichen Familienleben.“

Das Haus, welch ein enger und doch welch ein unendlich weiter Begriff! „Des Mannes Hans ist die Welt; die Welt der Frau ist das Haus“, lautet ein bekannter Ausspruch; wie verschieden sind aber doch die Räume, welche diese Welt bilden! Wir wollen von dem Gegensatze „Palast und Hütte“ absehen; nehmen wir dagegen das eigene, von der einen Familie allein bewohnte Haus und das halbe oder ganze Stockwerk im Mietshause; das Haus, oder eigentlich die Wohnung, in der großen, in der kleinen Stadt und auf dem Lande, die geschmückte, aus vielen Räumen bestehende Wohnung der Reichen und Vornehmen, das einfachere Heim des wenig begüterten Mittelstandes und die bescheidene Wohnstätte, welche beschränktere Verhältnisse gebieten, so ergiebt sich daraus eine große Verschiedenheit, ja noch mehr, man könnte behaupten, jede Familie und deren Eigenart bedinge auch ein eigenartiges Gepräge für das Haus.

Bei aller Verschiedenheit gibt es aber doch gewisse Gesetze, welche als unverbrüchlich für jedes Haus aufgestellt werden müssen, soll darin Wohlsein und Behagen herrschen, und diese Gesetze heißen: Ordnung, Reinlichkeit, Pünktlichkeit und Schönheitssinn. Soll dem Hausherrn eine Tat oder Gedankenarbeit freudig gelingen, so wirkt häufig still und unsichtbar die Gattin, die Regentin seines Hauses dabei mit, denn in ihrem Kreise, in seinem Hause muß er die Stimmung, den Mut und die Gedanken dazu finden. Diese Stimmung gibt aber nur ein Haus, das wirklich gemäß den Bedürfnissen der Familie eingerichtet ist, in dem man nicht dem Schein auf Kosten der Bequemlichkeit und Gesundheit Rechnung getragen hat.

Ein Heim in des Wortes wahrster Bedeutung muß „geworden“, nicht „gemacht“ sein, es muß wachsen mit dem Wachstum der Familie, sich ausdehnen und schmücken je nach der steigenden Bedeutung, dem steigenden Wohlstande des Hausherrn. Hier das rechte Maß zu halten, hier die Bedürfnisse und Wünsche mit den zur Verfügung stehenden Mitteln in Einklang zu bringen und doch jederzeit Behagen um sich zu verbreiten, der Wohnung einen schönen und dabei traulichen Anstrich zu geben, ist eine der vornehmsten und schwersten, aber auch eine der lohnendsten Aufgaben der Hausfrau.

In Nachfolgendem werden nun praktische Winke über die Einrichtung und Ausstattung der einzelnen Räume des Hauses gegeben, die natürlich nur „Winke“, nicht bestimmende Gesetze sein können. Jede Leserin wird bei einigem Nachdenken daraus entnehmen können, was ihren besonderen Verhältnissen entspricht. Wenn auf irgend einem Gebiete, so gilt hier das Wort: „Eines schickt sich nicht für Alle“; darum: ,,Prüfet Alles und das Beste behaltet.“

Licht und Luft sind die ersten Bedingungen des physischen Daseins. Deshalb sollten wir bei der Wahl einer Mietwohnung möglichst danach streben, daß wir eine solche erlangen, die nicht in eng verbauten Häuserquartieren liegt. Die besten Wohnungen sind die sonnig gelegenen, welche auch im Winter in möglichst vielen Zimmern, besonderes aber in den Räumen, die den Kindern zum Schlafe bei Nacht und zum Spielen bei Tage dienen,

wenigstens während einiger Stunden direktes Sonnenlicht haben. Nächst dem sind die besten Wohnungen die, welche, wenn auch selten von der Sonne durchleuchtet, doch sonst hinreichend Licht bekommen, die also im Verhältniss zur Größe der Zimmer weite, hohe Fenster haben, und welchen nicht durch gegenüberstehende hohe Häuser das Licht genommen wird. In den engen Straßen der inneren Stadt werden somit die Wohnungen mit jedem Stockwerke aufwärts gesünder, weil heller. Die Unannehmlichkeit größerer Hitze während des kleinen Teiles des Jahres wird bei den sonnigen Wohnungen reichlich ausgewogen durch das lichtfreudige Gedeihen während des ganzen übrigen Jahres; sie läßt sich auch sehr vermindern, wenn man die Fenster nur morgens, abends und nachts öffnet oder offen hält, mit der steigenden Außentemperatur aber schließt. Sind die Doppelfenster ganz zu öffnen, so läßt man sie zweckmäßig auch im Sommer an ihrem Platze; wie die Kälte so halten sie auch die Hitze ab, ferner auch den Straßenstaub und machen endlich den Straßenlärm weniger hörbar. Fehlerhaft ist es, durch schwere Vorhänge von den Seiten und von oben her das Fenster zur Hälfte und mehr zu verdecken. Das Oberlicht ist den Augen am angenehmsten und zuträglichsten und gibt zugleich in dekorativer Hinsicht für alle im Zimmer befindlichen Gegenstände und Personen die beste Beleuchtung.

Reiner Luft bedarf eine gute Wohnung nicht minder. Schon die Umgebungen können durch Verderbnis der Außenluft, aus welcher die Zimmerluft sich erneuern muß, schädlich und lästig werden; so unreinliche Straßen, Eiufallschachte, Aborte, Schlächtereien und Fabriken. Der Hof soll groß und peinlich sauber gehalten sein, beides um so mehr, wenn, wie so häufig,

Wohn- oder Schlafräume nach ihm ihre Fenster richten; ein ringsum abgeschlossener Hof ist immer mehr oder weniger einem Schlote vergleichbar; je weiter dieser ist, desto besser vollzieht sich der stets mangelhafte Luftwechsel. Für Parterrewohnungen ist von besonderer Bedeutung die Beschaffenheit des Baugrundes und eines etwa vorhandenen, unter der Wohnung liegenden Kellers; beide können die Zimmerluft sehr verderben.

Über Baugrund, Grundwasser, Fundamente u. dgl. wird leider selten etwas Gewisses zu erfahren sein; der Keller darf nicht modrig riechen, seine Wände und der Boden müssen trocken sein; er muss, wenn er unbewohnt ist, beständig durchweht werden. Parterrewohnungen über ungeheizten Kellern haben sehr kalte Fußböden; bei kleinen Kindern, die viel auf der Diele sitzen und spielen, ist dieses besonders zu beachten. Au die Größe und Zahl der Wohn- und Schlafräume stellt jeder nach seinem Vermögen, seiner gesellschaftlichen Stellung, der Größe seiner Familie u. a. sehr verschiedene Ansprüche. Bei der Bestimmung der einzelnen Zimmer zu ihren Zwecken soll der Gedanke leitend sein, den Kindern zum Spielen und Schlafen den weitesten und lichtesten Raum anzuweisen, danach die Schlaf und Wohnzimmer für die Erwachsenen zu bedenken, und erst in letzter Linie Eßzimmer und die Gesellschaftsräume. Bei der Wahl unserer Wohnungen in Neubauten dürfen wir nicht außer acht lassen, daß das Gebäude bereits ausgetrocknet sein muß. Neu gebaute Häuser, welche nicht völlig ausgetrocknet sind, zu beziehen, ist wegen der Wasserdünste, die sich in ihnen anhäufen, insbesondere aber wegen der Dünste des feuchten Kalkes, gesundheitsschädlich. Um die Wohnräume weniger feucht zu machen, ist außer fleißigem Lüften das beste Mittel die Aufstellung eines Gefäßes mit Chlorealeium, das durch Absorbierung der Feuchtigkeit die Luft trocken und rein erhält. Das Chlorealeium muß zuweilen erneuert werden. Da sich Ansteckungsstoffe lange in splitternden, schlecht gestrichenen Dielen mit weiten Ritzen halten, so sollte man, wenn ansteckende Krankheiten beim früheren Mieter vorgekommen waren, die Wohnung nur dann beziehen, wenn sie total renoviert ist. Die Dielen dürfen keine Ritzen enthalten, die Ofen sind, bevor man eine neue Wohnung bezieht, auf ihre Brauchbarkeit zu untersuchen. Jeder Raum in der Wohnung soll seiner Größe in Zahl und Weite entsprechende Fenster haben, durch welche er ohne Vermittelung eines zweiten Raumes direkt in das Freie gelüftet werden kann. — Das gegenseitige Verhältnis der einzelnen Räumlichkeiten zu einander, nach Lage und sonstiger Einrichtung, muß so geordnet werden, daß man aus allen bedeutenderen Gemächern unmittelbar in einen zum Mittelpunkt gewählten Raum gelangen kann; hierdurch wird die bequeme Verbindung zwischen den einzelnen Wohnungsteilen wesentlich befördert und die obere Leitung der Hauswirtschaft auf eine praktische Art erleichtert. Nicht weniger Aufmerksamkeit wie den Wohnräumen, sollte man den Wirtschaftsräumen widmen. Die Küche sollte so gelegen sein, daß die Haus frau dieselbe, ohne zugige Korridore zu passieren, erreichen kann. Die Vorratskammer sollte nicht zu weit von der Küche entfernt liegen. Der Keller ist von hervorragender Wichtigkeit für die Hauswirtschaft. Wo die Beurteilung desselben nicht mit gehöriger Sachkenntnis geschieht, machen sich später für die Hausfrau sehr empfindliche und nicht immer zu vermeidende Unannehmlichkeiten bemerkbar.

Hier gehts zu den historischen Haushaltstipps in der Praxis.

 

 

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