9.8 Anthurium Scherzerianum — Scherzers Anthurium
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Welche pflanzen wählte man vor mehr als 100 Jahren für die Wohnung aus
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9.8 Anthurium Scherzerianum — Scherzers Anthurium
Scherzers Anthurium gehört nicht zu den bekannteren Arumgewachsen, aber doch zu denen, die sich gut halten und dem Zimmer durch ihre langen, schmalen, dunkelgrünen Blätter und ihre herrlichen, seltsam genug geformten, prangend roten Blüten einen besonderen Reiz gewähren, erhöht noch dadurch, daß die Blüten ungemein lange dauern, 2 2-4 Wochen und länger. Freilich, junge Pflanzen darf man sich nicht kaufen, wenn man Freude haben will, darf auch nicht Samen anssäen wollen. Solcher Weg führt zu keinem Ziele, weil die jungen Pflänzchen, sollen sie wirklich gut weiter kommen, im heißen Vermehrungshause oder warmen Frühbeetkasten stehen müssen. Alte kräftige Pflanzen sind dagegen im Zimmer dankbar und blühen gut. Ein halbschattiges Plätzchen, ganz nahe am Fenster, ist ihnen genehm; über Zugluft, plötzlichen Umschlag in der Behandlung sind sie aber böse; direktes Oeffnen des Fensters ist deshalb nicht angebracht.
Ganz vorzüglich bewährt es sich, wenn wir die Töpfe der Anthurium von oben bis unten in Moos einpacken, selbst die Oberfläche damit belegen und dieses Moos sowie die Pflanze mehrere Mal am Tage leicht spritzen. Im Winter darf das Spritzen nicht so häufig geschehen. Wir müssen dann darauf Rücksicht nehmen,daß das Anthurium einen zwar 14—16 °R warmen, aber vor der direkten Ofenwärme geschützten, hellen Stand erhält, eventuell müssen wir eine große Käseglocke über die Pflanze stülpen. Im Sommer verlangt das Anthurium bei dem häufigen Spritzen nicht gar zu viel Wasser, im Winter noch weniger; man muß sich stets erst überzeugen, ob auch wirklich Wasser notwendig ist, leicht faulen sonst die dicken Wurzeln.
In schwerer Erde gedeihen Anthurien nicht. Für sie ist ein besonderes Gemisch notwendig , bestehend aus grober Heideerde, klein zerhacktem, weißem Sphagnum-Moos und etwas Holzkohlenstückchen. Gute Scherbenunterlage ist großes Bedürfniss.






