9.14 Azalea - Indischer Felsenstrauch - Azaleen
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Welche pflanzen wählte man vor mehr als 100 Jahren für die Wohnung aus
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9.14 Azalea - Indischer Felsenstrauch - Azaleen
Wer kennt nicht die blütenschweren, weithin leuchtenden Sträucher des indischen Felsenstrauches, wer hätte aber nicht auch schon mit Bedauern diese herrliche Pflanze, welche wir so ungern missen, allmählich absterben und eingehen sehen! Ja, darüber dürfen wir uns trotz aller Schönheit nicht täuschen, rechte, echte Zimmerpflanzen werden die Azaleen nie, und Verluste drohen uns immer.
Doch abschwächen lassen sich dieselben, und bei passender Pflege ist es recht wohl möglich, eine Azalee 2, 3, 6 Jahre im Zimmer zu haben und alljährlich reichlich Blüten zu gewinnen.
Der schlimmste Feind unserer Azaleen im Zimmer ist die Wärme, die trockene Lust und als Begleiter derselben das Ungeziefer, besonders der Thrips. Zur Überwinterung der Pflanze ist deshalb das Wohnzimmer auch ganz ungeeignet, ein helles Zimmer, in dem wenig oder gar nicht geheizt wird und das eine Wärme von 2—3°C besitzt, ist unbedingte Notwendigkeit. Die Behandlung der Azalee ist darin gar nicht so schwer. Sie beschränkt sich auf regelrechtes Gießen, Lüften bei mildem Wetter und Absuchen der schlecht gewordenen Blätter. Nicht gerade häufiges Gießen ist notwendig, nur mäßige Feuchtigkeit muß stets vorhanden sein. Einmaliges scharfes Austrocknen beantwortet die Pflanze mit dem Abwerfen vieler Blätter. Kurz vor der Blüte kommen die Pflanzen ins Wohnzimmer, damit wir ihre Schönheit vor Augen haben. Azaleen aber lange vor dem Aufblühen in das Wohnzimmer an den wärmsten Ort zu stellen, ist der schnelle Ruin der Pflanzen. Ich würde es nur tun , wenn mir die frühe Blüte wertvoller ist, als die Pflanze. Um dann aber noch zu retten, was zu retten ist, würde ich häufig spritzen. Nur allein dadurch können die Azaleen vor der Überhandnahme des Ungeziefers geschützt werden. Zwei-, dreimal am Tage zu spritzen, ist nicht zu viel. Nach der Blüte macht jede Azalee einen traurigen Eindruck. Besser sieht sie schon aus, wenn die neuen Triebe kommen, vorher jedoch muß sie verpflanzt werden. Azaleen wachsen in Heideerde, Lauberde, verschmähen auch nicht gute Mistbeeterde, in Landerde wollen sie nicht recht fort. Man pflanzt etwas fester wie gewöhnlich, so fest, daß der neue Topf, wenn wir beim Stamm anfassen und die Pflanze in die Höhe heben, nicht abfällt. Um den Thrips fortzubringen, erhalten die behafteten Pflanzen ein Bad. Stamm und Blätter, aber nicht der Ballen, werden in heißes Wasser gehalten, einen Augenblick nur, die festen Blätter widerstehen der Hitze, das Ungeziefer nicht.
Auf geschütztem Fensterbrette oder Balkon, der Topf in Moos verpackt, besser noch auf einem sonnigen Beete im Garten, ist der Platz unserer Azaleen im Sommer. Das Zimmer ist zu gefährlich, die Azaleen lieben vor allem frische Lust. Schlecht gewordene Pflanzen lassen sich zurückschneiden und ohne Topf aussetzen. Sie erholen sich verhältnissmäßig gut, wenn für sie auf dem betreffenden Beete ein kleines, fußbreites und halb so tiefes Loch gemacht und mit Heideerde gefüllt wird und blühen im zweiten Jahre wieder.
Solange die jungen Triebe hervorwachsen, verwenden die Pflanzen ziemlich viel Wasser, später nicht mehr, doch ist auch, wenn das Wachstum scheinbar aufgehört hat, ein Dungguß, besonders aus sehr verdünntem Blut oder Chilisalpeter, von hohem Wert. Er gibt den Blättern eine recht schöne dunkelgrüne Farbe. Azaleen, die quittengelb aussehen, leiden meistens an zu großer Nässe. Auch hier ist, sobald wir uns mit dem Wassergehen etwas einschränken, ein Guß von Blutwasser am Platze.
Da die Azaleen sich im Zimmer nicht besonders halten, so ist es nur natürlich, daß die Anzucht aus Stecklingen nicht lohnend sein kann. Sie bereitet viel Arbeit und bringt doch, wenn wir keinen Mistbeetkasten zur Verfügung haben, in dem die jungen Pflanzen über Sommer ausgesetzt werden, niemals rechte Erfolge. Empfehlenswert ist sie also nicht. Wer aber einen Versuch machen möchte, der tut gut, die Stecklinge im Frühjahre nach der Blüte oder im Herbst von Trieben zu machen, die keine Knospen zeigen. Die Stecklinge brauchen nicht genau über einem Auge geschnitten zu sein. Sie treiben mit Vorliebe am Stengel Wurzeln. Es kommen mehrere in einen Topf mit Sand, eine Glasscheibe darüber. In den Stecklingskasten mit anderen zusammen passen sie nicht, weil die Anwurzelung ziemlich lange dauert. Es lohnt sich kaum, aus den vielen hundert verschiedenen Spielarten einige besonders namhaft zu machen. Sie sind alle schön und eignen sich alle fast gleich gut, oder vielmehr gleich schlecht zur dauernden Zimmerpflanze. Vielleicht eine Ausnahme, aber auch nur eine kaum merkliche, macht Azalea Blutena eine weißblühende Sorte.
Außer diesen immergrünen Azaleen (Azalea indica) welche von China gekommen sind, gibt es noch einige Arten, die ihre Blätter über Winter nicht behalten, sie wie unsere Laubhölzer abwerfen. Diese Sorten sind nur dann für den Zimmergärtner geeignet, wenn man sie über Sommer an einen halbschattigen Platz im Garten bringen, besser noch, sie dort auspflanzen kann. Bei einigermaßen guter Decke können sie über Winter im Freien bleiben, sonst erhalten sie im Winter einen Platz im Keller. gehören zu diesen Azaleen besonders Azalea pontica und mollis. Beide blühen leider vor der Ent wickelung der Blätter und so erleidet die Pracht ihrer Blüten, die recht wohl mit denen der indischen Azalee wetteifern kann, einen kleinen Abbruch. Zum Treiben sind beide gut, und da sie nicht von Ungeziefer leiden, können wir sie statt der indischen lieber nach Januar ins Wohnzimmer stellen und sie nach der Blüte wieder hinausbringen. Häufiges Spritzen ist auch notwendig







