9.15 Begonien - Schiesblätter
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9.15 Begonien - Schiesblätter
Nicht alle Repräsentanten dieser artenreichen Familie sind gute Zimmerpflanzen; diejenigen, welche es sind, erfreuen uns aber desto mehr durch ihre Blätter und ihre Blüten. Wir unterscheiden Strauchartige, Blattbegonien und Knollen- oder Blütenbegonien. Alle Begonien haben etwas Gemeinsames. Sie brauchen viel Wasser, viel Nahrung im Sommer, wenig Wasser, teilweise gar keins im Winter.
Zuerst die strauchartigen, strauchartig deshalb, weil sie neben hübschen Blättern noch einen ansehnlichen Stamm oder Stengel bilden und ost meterhoch werden.
Die empfindlichste und schönste ist die Begonia metallica, metallglänzende Begonie
Das Schöne an dieser Begonie sind die Blätter, welche bei ziemlicher Größe prächtig geadert sind und dabei aus der Oberseite leuchten wie lauter Metall. Die Unterseite ist rot, ein ähnliches Rot haben die Blüten, welche in Büscheln, hervorkommen.
Das metallglänzende Schießblatt liebt Wärme und geschützten Stand. Es kommt ebensowenig gut im Garten, als auf dem oder dem hängenden Fensterbrette fort; aber im Zimmer, am selten geöffneten Fenster, dort paßt es ihm. Hier lebt es im Sommer, sollen seine Blätter schön und ausdrucksvoll bleiben, Halbschatten, evtl. auch einen etwas entfernteren Platz vom Fenster, so wenigstens, daß die brennenden Sonnenstrahlen es nicht ungeniert treffen können.
Im Winter dagegen ist volles Licht ein Hauptbedürfniss. Ohne Licht, fallen die Blätter, nachdem sie vorher fleckig gewesen sind ab. Ebenso machen sie es bei kaltem Stande und wenn es im Topfe zu feucht ist, 10, 12, 14 °C sollten immer vorhanden sein.
Sehr empfindlich ist Begonie metallica , wenn sie in der Gärtnerei durch ausnahmsweise warmen Stand schnell herangezogen wurde. Fast immer werfen solche Pflanzen die Blätter. Dem Pflanzenfreunde darf es nicht verdrießen, die kahlgewordene Begonie sorgfältig weiter zu pflegen.
Beim Verpflanzen ist ein wenig Sorgfalt nötig. Große Töpfe liebt Begonie metallica nicht , auch nicht gar zu schwere Erde. Eine kräftig wachsende Pflanze wächst ja in Mistbeet und Landerde üppig, eine kränkliche dagegen braucht Patienten Kost, leichte sandige Heideerde. Die Vermehrung geschieht nur aus Stecklingen, welche zwar nicht leicht wachsen, aber doch einen genügenden Prozentsatz Pflanzen liefern.
Da junge Pflanzen fast immer schöner sind, als ältere, so lohnt sich die Anzucht doppelt. Man steckt die Stecklinge in Sand in den Vermehrungskaften oder in einen Topf unter einer Glasglocke. Die Stecklinge dürfen sich nicht berühren.







