9.22 Blattbegonien
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9.22 Blattbegonien
Blattbegonien sind im allgemeinen empfindlicher, als Strauchbegonien. Besonders im Winter, wo sie leicht ihre großen, schön gezeichneten Blätter verlieren . Gute Scherbenunterlage und anfangs nicht zu große Töpfe sind Hauptbedingung. Man kann Begonien, sobald sie rege wachsen und den Topf mit Wurzeln durchzogen haben, zu jeder Zeit umsetzen und ihnen
mehr Erde geben. Geschah das Verpflanzen zu Anfang März, dann wird in der ersten Zeit noch wenig gespritzt. Später dagegen ist das Überspritzen morgens und abends sehr dienlich. Äußerst empfänglich zeigen sich Blattbegonien für eine Düngung mit Blut oder mit Kuhdung; man kann, so lange die Pflanzen lebhaft wachsen, oft zweimal in der Woche gießen und sich dadurch mindestens einmal das Umpflanzen ersparen.
Der Winter ist für die Blattbegonien eine schlechte Zeit. Sie bedürfen dann hellen Stand am Fenster, 12-14°C Wärme und äußerst peinliche Bewässerung, wenig Wasser. Das Gute haben sie freilich wieder, daß der blätterlose Stumpf, solange er noch grün ist, später ziemlich sicher wieder austreibt.
Eine ganz eigenartige Zucht ist es, durch welche man Blattbegonien in großen Mengen vermehrt. Nicht der Same, nicht der Steckling spielt hier die Hauptrolle, nur das Blatt, und zwar das schon etwas alte, derbe, dem Faulen nicht so leicht ausgesetzte Blatt.
Ein solches Blatt bildet an der Stelle, wo seine Adern durchschnitten werden, neue Knospen und aus diesen junge Pflanzen, die in etwa 5-7 Wochen hervor wachsen.
Um nun das Blatt zur Vermehrung herzurichten, schneidet man zuerst den Blattstiel dicht am Blattgrunde fort, nimmt auch den äußeren Blattrand, der ja keine hervorragende Adern besitzt,
weg, und schneidet dann jede Ader mit einem spitzen Messer dort durch, wo sich eine andere von ihr abzweigt. Das Blatt wird am besten umgekehrt auf die Hand gelegt, damit die Adern recht sichtbar sind. Es lassen sich an einem Blatte 50-100 Einschnitte machen und, wenn man Glück hat, davon ebenso viele Pflanzen gewinnen.
Das eingeschnittene Blatt kommt in den Stecklingskasten. Viel Wert muß darauf gelegt werden, daß es mit all seinen Teilen auch den Sand berührt und von seiner Feuchtigkeit Nutzen ziehen kann. Um dies zu ermöglichen, befestigt man das Blatt mit kleinen dünnen Häkchen aus dem Sandboden oder aber legt dorthin, wo das Blatt hohl liegt, Sand, damit der Teil sich senkt.
Ein gestecktes Begonienblatt wird wie ein Steckling behandelt, gegossen und gespritzt. Faulflecke dürfen sich nicht bilden und wo sie erscheinen, muß das Faulende sorgfältig ausgeschnitten werden. Es kann vorkommen, daß auf diese Weise nur kleine Fetzen vom Blatte übrig bleiben, Pflanzen wachsen aber dennoch aus ihnen hervor.Die jungen Pflänzchen haben meistens ein starkes Wurzelvermögen. Trotz alledem erhalten sie zuerst Töpfe Nr. 1 oder 2, weil ihr Wachstum in der ersten Zeit doch nie recht große Fortschritte macht. Nachdem 3 oder 4 Blätter getrieben sind, geht es rascher, dann werden die neukommenden Blätter auch zusehends größer und man kann dann auch gleich zu Topf 4-5 beim Versetzen greifen.
Bilder fehlen noch
1. Frischgelegtes Begonicnblatt.
2. Begonienblatt, aus dem die Pflanzen hervorwachsen.
3. Steckling einer Blattbegonie.
Der Platz aller jungen Pflanzen ist natürlich das Fensterbrett im Zimmer, am nicht geöffneten, wohl aber beschatteten Fenster. Im März, April und Mai können wir am besten die Zucht aus Blättern vornehmen.







