Helenes Garten

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9.45 Dracaeneen - Drachenbäume


Diese Pflanzen bevorzugte man vor mehr als 100 Jahren als Zimmerpflanzen. - Lesen Sie mehr in der Pflanzenübersicht

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9.45 Dracaeneen - Drachenbäume

Alle Drachenbäume haben unter dem eigentümlichen Mißgeschick zu leiden, daß sie von Pflanzensreunden viel häufiger als Palmen, denn als Drachenbäume angesehen werden und meistens ganz gewaltig in der Gunst ihres Besitzers sinken, wenn der Irrtum aufgeklärt wird. Es ist aber kein Grund, sie im Zimmer zu vernachlassigen, sie verdienen wahrlich ihren Platz, auch wenn man weiß, daß sie keine Palmen sind.

Besonders verwendbar sind alle Drachenbäume als Einzelpflanze oder als erhöhte Mittelpflanze durch den hübschen kerzengraden Stamm, welchen sie treiben und durch die graziöse Haltung der dicht gedrängt stehenden schilfartigen Blätter. Alle Drachenbäume lieben im Zimmer einen vor der grellen Sonne geschützten Stand, mit wenigen Ausnahmen im Wohnzimmer. Nur Dracaena indivisa und Dracaena austrail ist es angenehmer, etwas kälter zu wohnen weil sie in der Wärme sehr leicht schlechte Blätter treiben und vor roter Spinne und Blasenfuß nicht freudig wachsen können. Auch die anderen Drachenbäume haben von diesen gefährlichen Insekten oft zu leiden und es ist nicht dringend genug anzuraten, die Pflanzen allwöchentlich oder wenigstens alle Tage mit Seifenwasser sorgfältig abzuwaschen.

Im Sommer können wir alle Drachenbäume ins Freie bringen, in den geschützten Garten, und zwar sind Dracaena indivisa und australis dankbar für einen sonnigen Stand, die übrigen für einen halbschattigen. Nur allein Dracaena congesta ist so widerstandsfähig, daß sie allein auf dem Balkon fortkommt, wenn er nicht gar zu schlecht lieg. Fehlt der Garten, so stehen die Pflanzen im luftigen Zimmer unstreitig am besten. Neben regelmäßigem Gießen vertragen sie bei gutem Wachstum auch hin und wieder einen Dungguß, doch sollte man lieber einmal mehr verpflanzen.

Für gewöhnlich verpflanzt man einmal im Jahr und zwar im Frühling. Die Lockerung des Ballens muß vorsichtig geschehen. Wir dürfen nicht nach Gärtnerart tüchtig im Ballen herumarbeiten, um die dicken, fleischigen Wurzeln, welche sich dort finden, heraus zu schneiden. Nur zu leicht lassen die Pflanzen nach solcher Behandlung im Zimmer nachher die Blätter oder gar den Kopf hängen und gehen allmählich ein. Höchstens einige der dicken Wurzelenden, Rhizome genannt, die draußen am Wurzelballen liegen, können wir abschneiden und zur Vermehrung benutzen.

Ich vermehre aber gar nicht gern aus diesen Rhizomen, es dauert fürchterlich lange, bis endlich junge Pflanzen daraus hervorwachsen, sehr oft gibt es auch gar keine. Viel lieber verwende ich schlecht gewordene Stämme, die recht häufig sind. Diese werden zerschnitten in halbfingerlange Stücke, so, daß jedes Stück 4 bis 6 bis 8 Ringe behält. Die Schnittwunden müssen scharf und glatt sein.

Alle diese Stücke, aus einem längeren Stamm gibt es oft 20 und mehr, werden alsdann in eine Schale oder einen Topf gelegt, der mit Sand, sandiger Erde oder Sägemehl gefüllt ist und die nötige Scherbenunterlage erhalten hat, aber nur so tief, daß sie gerade bedeckt sind. Der Topf erhält einen warmen Stand, er kann mit den Sämereien auf den Ofen in den beschriebenen Wasserkasten kommen und bleibt dort so lange, bis die Stücke treiben. 4 - 5, auch 6 Wochen vergehen darüber.

Die mit 3-4 kleinen Blättchen versehenen Pflänzchen werden nachher wie bewurzelte Stecklinge behandelt und einzeln in kleine Töpfe gesetzt, anfangs in etwas sandige Erde, später in Mistbeet oder gute Gartenerde. Aus den Spitzen mancher Dracaenen kann man sich auch Stecklinge machen, doch wenn die Spitzen oder auch die an den Seiten hervorgetriebenen Ausschüsse sicher wurzeln sollen, dann schneidet man die Spitzen nicht ab, sondern kerbt den Stamm unter ihnen etwas ein, bewickelt die geschnittene Stelle mit Moos und hält dies stets feucht. In das Moos hinein bilden sich aus dem Stamm heraus Wurzeln.

Alte Dracenenstämme, besonders Dracaena conguesta, Dracaena rubra und astrails treiben oft Blüten und wachsen dann mit zwei Spitzen weiter, was nicht gerade hübsch ist. Während man den Samen reifen läßt, kann man, um einen Trieb zu behalten, den andern ausschneiden. Es macht wohl Vergnügen, aus dem selbst gewonnenen Samen junge Pflanzen zu ziehen, doch es macht es auch viel Arbeit, weil die jungen Pflanzen mehr als die alten von Ungeziefer zu leiden haben. Nicht alle Dracaenen eignen sich fürs Zimmer. Dracaena congesta, gedrängter Drachenbaum, ist unstreitig die härteste . Sie verträgt selbst einen halbdunklen Stand auf kurze Zeit, verträgt es auch, einmal schlecht gegossen zu sein, freilich nur auf Kosten der Gesundheit. Dracaena congesta findet man am häufigsten im Zimmer, sie läßt sich dort auch am besten vermehren.

(Bild fehlt noch !)

Höhere blattlose Stämme werden wieder leidlich gut, wenn man den Stamm einige cm über der Erde abschneidet und von neuem Triebe wachsen läßt.

Da Dracaena congesta immer schmal bleibt und selten mehr als 35 cm breit wird, so können zu Gunsten eines kompakteren Wuchses gerne zwei Triebe, die dicht neben einander hervorgewachsen sind, hochschießen. Ähnlich der Dracaena congesta ist Dracaena rubra , roter Drachenbaum; er hat breitere Blätter. Dracaena rubra ist schöner als Dracaena congesta aber empfindlicher. Im Sommer schattig und geschützt, im Winter auf jeden Fall an einem hellen Platz im Wohnzimmer stehend, entwickelt die Pflanze sich leidlich.

Schöner als Dracaena rubra ist wieder Dracaena australis . Australiens Drachenbaum wird in größeren Parks und in kleineren Gärten sehr häufig als Einzelflpanze auf dem Rasen benutzt. Er steht dann mit seinem Topf oder Kübel in die Erde eingelassen an sonniger Stelle und entwickelt sich dort zu imponierender Schönheit. Dracaena australis verlangt im Winter kühlen Stand, Sie treibt dann nicht, aber sie behält alle Blätter, wenn sie hell genug steht und weder zu viel, noch zu wenig gegossen wird. Mäßige Feuchtigkeit des Ballens ist notwendig. Dracaena australis bringt, groß geworden, leicht Blüten und reifen Samen. Sie wird deshalb nur aus Samen herangezogen, der leicht keimt und, wenn die jungen Pflänzchen zwei Jahre hindurch in einen Mistbeetkasten ausgepflanzt werden können, rasch kräftige, 50-80 cm hohe Pflanzen gibt.

Auch Dracaena indivisa wird in gleicher Weise vermehrt und behandelt. Nun gibt es noch zwei Dracaenen , die sich für unser Zimmer eignen: Dracaena cannaefolie und Haageana ; beide lieben mehr Wärme als die andern. Dracaena cannaefolie, blumenrohrblättrige Draeaena, bildet von Jugend an schon breitere Büsche, weil ihre Blätter lang gestielt sind und quirlartig um den Stamm herumstehen. Sie ist ziemlich zähe. Man darf sich aber doch nicht sehr kleine Pflanzen davon kaufen, halbwüchsig, mit 10-12 Blättern besitzt sie erst die richtige Kraft, um der Zimmerluft zu trotzen. Dracaena Haageana , auch Aletris Haageana genannt, Haage`s Prachtdracaene , ist steifer. Ihre Blätter sind dick und stehen dicht nebeneinander. Ihr Wuchs ist kerzengrade. Sie wächst ziemlich rasch, und wirkt durch ihren massigen Bau in Pflanzenzusammenstellungen recht angenehm. Als Einzelpflanze paßt sie aber noch besser.

BILD !!! fehlt noch

Die vorstehende Abbildung gibt eine Pflanze nach einer Photographie recht verkleinert wieder, welche 14 Jahre im Zimmer gestanden hat und dort in der Zeit 3 m hoch geworden ist, ohne dabei von ihren Blättern einen wesentlichen Teil zu verlieren. Alle buntblättrigen Dracaenen sind im Zimmer nur für kurze Zeit zu halten. Sie sterben bald wieder ab. Ihre Anzucht ist nicht durchführbar.

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