Helenes Garten

Eine alte Welt


9.55 9.55 Hedera - Efeu


Diese Pflanzen bevorzugte man vor mehr als 100 Jahren als Zimmerpflanzen. - Lesen Sie mehr in der Pflanzenübersicht

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9.55 Hedera - Efeu

Der Efeu ist eine bescheidene Pflanze. Nicht allein im Freien nimmt er mit der Nordwand des Hauses vorlieb oder mit einem Plätzchen dicht von Bäumen beschattet, auch im Zimmer, auf dem Balkon, dem Fensterbrette bewahrt er diese Eigenschaft und wächst allenthalben.

Man nutzt seine Bescheidenheit denn auch weidlich aus. Im Zimmer muß er oft an halbdunklen Wänden empor wachsen, am Gestell gezogen als reizende Scheidewand dienen, auf dem Balkon das Geländer beranken, die Kübel großer Pflanzen decken und wo immer sich noch ein halbheller Platz findet, den man bekleiden möchte, da ist der Efeu der prächtigste Gast.

Wenn jemand doch Mißerfolge hat, so ist sicherlich nicht der Efeu daran schuld, nur der Pfleger, der zu viel verlangte. Zu viel in dem Augenblick, wo er erwartete, daß eine kleine, kaum einige Spannen lange Efeupflanze an ungünstiger, schattiger Stelle empor ranken und groß werden sollte. Das tut selbst der Efeu nicht. Wollen wir von ihm an solcher Stelle eine gute Entwicklung, so ist es dringend notwendig, daß wir gute, kräftige, meterhohe Pflanzen verwenden. Zu viel auch, wo er glaubte, daß der Efeu nahezu keiner Pflege bedürfe. Regelmäßige Feuchtigkeit ist Lebensbedingung, kräftige gute Erde ebenfalls, mag es nun sein Mistbeeterde, Rasenerde, Gartenerde; außerdem ist häufiges Abwaschen der Blätter und, wenigstens zeitweise frische Luft erforderlich. Kräftige Pflanzen können wir uns leicht selbst heranziehen. Es werden im Frühjahre und besonders im August, Stecklinge gemacht von kräftigen Trieben. Die Stecklinge, mindestens handlang, kommen zu 4-5 in einen Topf und machen an schattiger Stelle im Zimmer oder im Freien bei steter Feuchtigkeit leicht Wurzeln.

Den Winter über können sie im Freien bleiben, müssen dann aber tüchtig mit Laub zugedeckt werden. Sie sind jedoch ebensogut im kalten Zimmer oder im luftigen Keller aufgehoben.

Ein Jahr müssen die Pflanzen, die zusammen bleiben, damit sie schneller einen Busch bilden, nun mindestens noch an günstiger Stelle auf feuchtem Gartenbeete oder im Zimmer am Fenster stehen, bevor sie schlechteren Stand erhalten. Efeu wächst in Holzkästen besser als in Töpfen, er findet dort mehr gleichmäßige Feuchtigkeit und zeigt sich für Kästen ganz außerordentlich dankbar, wenn er auf zugigem Balkon steht. In Töpfen kommt er dort nur langsam weiter. Über Winter muß aller Efeu, den wir auf dem Fensterbrette, dem Balkon oder sonst im Freien stehen haben, herein genommen werden. In kleinen Gefäßen erfrieren die Pflanzen schon bei leichtem Frost.

Der Efeu verträgt ohne Schaden einen scharfen Schnitt, wenn er notwendig sein sollte, was jedoch selten der Fall ist.

Von den verschiedenen Efeuarten ist Hedera Helix , der gewöhnliche Efeu, der bekannteste und verwendbarste. Die vielen buntblätterigen Abarten, welche wir besitzen, panaschirtblätterige, weiß sowohl wie gelb, sind alle empfindlicher und haben nicht den raschen Wuchs. Als Abwechselung zwischen anderen Pflanzen sind, sie zwar hübsch, auch veredelt auf den gewöhnlichen Efeu oder auf einen Aralienstamm als Kronenbäumchen. Die Veredlung geschieht durch Pfropfen in den Spalt. In Kronenhöhe wird der Stamm abgeschnitten, dann in der Mitte mit scharfen Schnitt einige tief gespalten und dorthinein das krautige

Edelreis, welches wie ein Keil aus beiden Seiten abgeglättet ist, geschoben. Man verbindet die Veredelung mit Bast oder Wolle, versieht sie mit einem Glaszylinder und stellt sie schattig und warm.

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