9.36 Coffea - Kaffeebaum
Es gewährt ein eigenartiges Vergnügen, gerade solche Pflanzen im
Zimmer zu ziehen, deren Samen aus fernen Ländern importiert, in unserem Haushalte alltägliche Gebrauchsartikel sind. Bei allen lässt sich dies zwar nicht durchführen, aber beim Kaffeebaum trotzdem er aus sehr warmem Klima stammt, recht gut. Vorzüglich dann, wenn wir erst abgehärtete Pflanzen besitzen, oder aber, wenn wir uns nicht die Mühe verdrießen lassen, uns den Kaffeebaum aus Samen selbst zu ziehen. Der Same, im zeitigen Frühjahr in Sand oder Sägemehl gelegt, kommt verhältnißmäßig gut, sobald er von hiesigen Pflanzen genommen oder erst vor Kurzem importiert worden ist. Bei altem Samen ist alle Mühe vergeblich, er hat seine Keimkraft verloren.
In jeder Samenkapsel befinden sich zwei Körner. Man kann nun die Kapsel so in den Sand legen, wie sie ist, aber auch sie vorsichtig zerdrücken und die Kerne einzeln legen. Sollten sich später die Keimblätter nicht aus der festen Umhüllung befreien können, muß man mit Messer, Pinzette und Schere recht vorsichtig die Hülle lösen.
Sobald die jungen Kaffeepflanzen ein oder zwei Blätter haben, werden sie verpflanzt in leichte sandige Heide- oder Lauberde. Sie bleiben Sommer und Winter im Wohnzimmer am hellen Platze und wachsen hier, wenn auch nicht gerade rasch, doch stetig weiter. Über Sommer bedürfen sie Schatten; die glänzend grünen Blätter verbrennen leicht und bleichen auch. Entsprechend dem Wachstum ist das Wasserbedürfnis. Hauptsache, wie immer, ist mäßige Feuchtigkeit der Erde.
Ältere Pflanzen vertragen und lieben schwerere Erde, Mistbeet oder Rasen. Sie blühen und tragen Früchte, die zum Aussäen tauglich sind. Schlecht gewachsene Exemplare lassen sich durch Schnitt in gute Form bringen, und von Ungeziefer befallene die Kaffeelaus ist es besonders, welche sich häufig einstellt — mit einem Schwamm und lauwarmem Wasser reinigen.
Einen Düngerguß verträgt der Kaffeebaum eben so gut, wie jede andere Pflanze; von Nutzen ist er aber nur in der Zeit, wo sich die Pflanze im starken Wachstum befindet und sich die Bildung der Blätter schnell hintereinander vollzieht.
Die Vermehrung auf Stecklingen ist nicht ratsam. Vor allen Dingen ist dieselbe äußerst schwierig, und dann stehen die erzielten Erfolge in keinem Verhältnisse zu der aufgewandten Mühe, da man bei Beobachtung der größten Sorgfalt im günstigsten Falle doch nur schlecht wachsende Pflanzen erzielen kann.








