9.38 Coniferae- Nadelhölzer
Tannen und Lebensbäume bewähren sich im Zimmer besser, als man von den an frische Waldesluft gewöhnten Bäumen erwarten sollte. Die härteren Arten sind sogar ziemlich unempfindlich, solange sie nur im Winter einen kühlen aber doch Frostfreien Platz im kalten Zimmer oder Keller bekommen. Trockene Wärme ist ihr Tod, als Überwinterungsort ist das Wohnzimmer daher nicht zu gebrauchen.
Alle Koniferen gedeihen in einer guten Rasenerde, Garten- oder Mistbeeterde, und alle sind sie besonders dankbar, wenn sie im Sommer hinausgebracht werden in den Garten. Auf den Balkon passen nur die härteren Arten. Es ist dort, wenn er nicht ganz geschützt liegt, zu zugig, und mit dem Zugwind geht es den Nadelhölzern wie mit hoher Wärme, er ist ihr Tod.
Diejenigen Arten, welche es im Freien gut aushalten wie Thuja, Thujopsis, Chamaeciparis, Cupressus sind auch im Zimmer zu gebrauchen diese Arten smd auch am weitverbreitesten. Halbwüchsige, fußhohe oder etwas größere Büsche kaufen wir billig vom Gartner; sie heranzuziehen ist, zeitraubend. So ein Koniferensteckling, der im Herbste etwa in Fingerlänge von einem Spitzentriebe des Mutterstockes abgeschnitten wird, hat es mit der Bewurzelung nicht eilig. Wenn er mit mehreren seiner Genossen, es können 8-10 sein, in eine Schale oder Topf mit Sand gesteckt wird und mit Glas bedeckt an einem mäßig warmen Ort Ausstellung erhält, so vergeht erst eine lange Zeit, bis sich an der Schnittwunde Callus gebildet hat, und ist dieser hervorgewachsen, dann dauert es fast immer noch länger, bis die Wurzeln hervortreiben, und der Winter ist sicher darüber vergangen. Daß in solchem Zeitraume mancher Steckling eingeht, bevor er ans Ziel gekommen ist, darf nicht verwundern, daß auch der Sand in Folge der steten, wenn auch nur mäßigen Feuchtigkeit lange vorher schlecht und grün wird und erneuert werden muß, ist fast selbstverständlich. Den Stecklingen schadet das Umstecken in neuen Sand nicht, es ist ihnen mehr ein Belebungsmittel.
Auch aus Samen kann man Koniferen ziehen, doch in den meisten Fällen wird man die Samenzucht auf solche Koniferen beschränken, welche sich nicht durch Stecklinge vermehren lassen.
Der Same wird im Januar schon gesäet und mit den Kästen in ein kühles Zimmer gebracht, wo er langsam keimt. Die kleinen Pflänzchen werden später verstopft und im Mai womöglich auf ein Gartenbeet ausgepflanzt.
Die so anmutigen Araukarien, Araucaria excelsa, Araucaria Cunninghami lassen sich auch aus Samen ziehen. Die Samenzucht liefert aber nie jene hübschen Pflanzen, wie wir sie in den Handlungen sehen. Das ist Stecklingszucht und zwar aus Kopfstecklingen (Stecklinge, die aus dem Haupttrieb gemacht werden). Aus Samen gewonnene Pflanzen machen nie so breite Wedel. Wenn man ihre Spitzen abnimmt und steckt, so werden sie zwar etwas besser, ehe sie aber so schön sind, wie die ersteren, müssen die aus ihren Kopfstecklingen gewonnenen Pflanzen immer wieder geköpft und ihre Köpfe zu neuen Pflanzen benutzt werden. In einer Reihe von Jahren gibt es dann auch so schöne Pflanzen, weil die Spitzen allmählich das Alter erreicht haben, in denen sie große Wedel machen.
Die Araukarien sind gegen Feuchtigkeit empfindlich und müssen mehr fast wie alle anderen Lebensbäume vorsichtig gegossen werden. Eine gute Rasenerde sagt auch ihnen zu, wenn sie kräftig sind; für kleine Pflanzen ist Heideerde mit Laub besser. Frost können die Araukarien nicht vertragen, sie müssen zeitig im Herbst in ein kühles 2-3°C warmes Zimmer gebracht werden und hier den Winter verbringen.
Noch sind zwei Koniferen, die sich im Zimmer sehr gut zurecht finden, vergessen: die Cedrus Deodara (Himalaya Zeder) dun Cryptomeria japonica (Japanische Cryptomerie).
Beide werden durch Stecklinge vermehrt und können im Winter im Keller stehen. Die Cryptomeria färbt sich im Winter ganz braun und wird jedesmal im Frühjahre wieder grün.








