Helenes Garten

Eine alte Welt


9. Die besten Pflanzen für das Zimmer


Diese Pflanzen bevorzugte man auch schon vor mehr als 100 Jahren als Zimmerpflanzen. - Lesen Sie mehr in der Pflanzenübersicht

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9.25 Calceolaria - Pantoffelblume

Je mehr man sich der Küste nähert oder der stillen Waldeinsamkeit wo der feuchte, kühle Windzug durch die Wohnungen zieht desto schöner finden wir die Pantoffelblumen an den Fenstern und desto häufiger sind sie auch. Feuchte, kühle Luft ist eben das Lebenselement der Calceolaria.

Wo wir diese nicht bieten können, ist es schwierig, die Pflanzen zu einem einigermaßen entsprechenden Äußern zu bewegen. Ungeziefer besonders Blattläuse, sind dann in zahllosen Mengen vorhanden.

Die Blätter kräuseln sich, werden fleckig und die Stöcke gehen ein, noch bevor sie ordentlich geblüht haben. Alle Gegenmittel, wie das Spritzen mit verdünntem Nikotinwasser, das Abwaschen, helfen nicht viel, solange die Verhältnisse sich nicht ändern.

Am besten lassen sich Calceolarien - sind die klimatischen Verhältnisse nicht besonders günstig - in einem luftigen Zimmer mit Ost- oder Westlage ziehen. Dort ist es meistens kühler und es herrscht auch entsprechend feuchtere Luft. Alle ausdauernden Calceolarien vermehrt man durch Stecklinge und Teilung der alten Pflanzen.

Die krautigen, die calceolaria hybrida , an Farbenpracht und Blütengröße weitaus die herrlichsten, werden fast immer aus Samen neu gezogen. Den Samen säet man im August in Schalen, aus Sand und leichte Erde und hält ihn, wie alle anderen Samen, feucht. Bis zum Keimen schadet hohe Wärme nicht, von da ab ist es aber notwendig, die jungen Pflänzchen kühler zu stellen, 6-8°C, auch mäßig schattig. Bis zum Herbst werden sie dann noch einmal verpflanzt und zum Schluß in kleine Töpfe gesetzt mit leichter sandiger Erde. Auf der guten Überwinterung der Pflanzen beruht die spätere hübsche Entwicklung.

Leicht ist sie nicht, selbst viele Gärtner haben kein Glück damit. Zweierlei ist notwendig : kühler, lustfeuchter, möglichst heller Stand bei höchstens 30 °C Wärme, sowie sehr vorsichtiges, beinahe möchte ich sagen, außerordentlich geringes Gießen. Pflanzen, welche kränkeln, müssen sofort herausgesucht und weggeworfen werden. Sie stecken mit ihrem Ungeziefer nur die übrigen an.

Besondere Obacht verlangen die Calceolarien bei dem Nahen des Frühlings, im Februar und März. Die Sonne wirkt dann stärker, die Luft wird trockener und ehe wir es uns versehen, sind die bislang gut gebliebenen Pflanzen auf einmal schlecht. Es ist um diese Zeit gut, die Töpfe an einen kühleren, wenn auch nicht so hellen Ort zu stellen. Sobald nun der Frühling wirklich eingekehrt und die Pflanzen ernstlich weiter wachsen, heißt es verpflanzen. Vielfach nimmt man leichte, mit etwas Laub vermischte Heideerde, doch tun Mistbeeterde und selbst gute Gartenerde, wenn die Behandlung den Pflanzen sonst zusagend ist, dieselben Dienste. Auf keinen Fall wollen Pantoffelblumen große Töpfe. Wenn die stärksten, kräftigsten Pflanzen Töpfe Nr. 3-4 erhalten, so sind ihnen diese vollaus groß genug. Schwächere kommen in kleinere. Die frisch zu verpflanzten Calceolarien behalten immer einen mehr kühlen, und feuchten Stand, so wie ihn daß Zimmer nach West und Ost bietet, werden aber jetzt wie andere Pflanzen mäßig gegossen. Bei greller Sonne ist Schatten notwendig, frische Luft, soviel als irgend möglich, ist ein Hauptbedürfniss. Rasch wachsende Calceolarien kann man mit Vorteil düngen, mit Kuhdung, sehr verdünntem Guano Samen bildet sich ziemlich leicht.

Man darf oder sollte doch nur die besten Pflanzen zum Gewinn von Samen benutzen, nur sie geben ähnlich gute, manchmal auch bessere Pflanzen. Ich möchte im Zimmer der Zucht aus Stecklingen mehr das Wort reden, als der Zucht aus Samen. Die Stecklinge, wenn man alten Pflanzen dazu verwendet und diese abreißt, wachsen am halbschattigen Orte ohne Glasglocke verhältnißmäßig leicht. Sie geben schnell große Pflanzen und zu einer Zeit Blüten, wo man sie von aus Samen gezogenen Pflanzen noch nicht haben kann. Nach der Blüte braucht man die Pflanzen nicht weg

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