Helenes Garten

Eine alte Welt


9. Die besten Pflanzen für das Zimmer


Diese Pflanzen bevorzugte man auch schon vor mehr als 100 Jahren als Zimmerpflanzen. - Lesen Sie mehr in der Pflanzenübersicht

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9.78 Pilogyne suavis - wohlriechende Pilogyne.

 

Wer rasch wachsende Pflanzen liebt und fast täglich sehen möchte, wie viel eine Pflanze gewachsen ist, dem kann Pilogyne suavis nicht dringend genug empfohlen werden. Unglaublich ist es fast, wie diese zierlichste der Schlingpflanzen sich zu dehnen und zu strecken weiß. In wenigen Tagen können die Spitzen fingerlang gewachsen sein.

Pilogyne suavis verlangt kräftigen Boden, nicht zu kleine Töpfe und beansprucht dicht am Fenster zu stehen. Ob das Fenster eine Ost-, West- oder Südlage hat, ist beinahe Nebensache; selbst am Nordfenster entwickelt sich die Pflanze noch, aber in allen Fällen muß sie, es kann nicht stark genug betont werden, dicht am Fenster stehen. Inmitten der Stube, an halbdunkler Wand, treibt die Pilogyne nicht, oder doch nur spärlich. Wenn wir uns einen kleinen Steckling, der rasch Wurzeln macht, ins Zimmer nehmen, ist es unbedingt notwendig, ein Gestell am Topfe anzubringen, um die Triebe hochziehen zu können.

Man kann dabei seinen Wünschen den weitesten Spielraum lassen und entweder ein einfaches Gerüst aus Holz bauen, oder aus Draht einen Namenszug, einen Kreis oder sonst eine Figur machen, sie wird sicherlich von der Piloghne ausgefüllt, wenn die Maße nicht gar zu groß genommen sind.

Nicht lange wird es dauern und die anfangs etwas schüchterne, kleine Pflanze dreht das Köpfchen nach der Lichtseite und sucht nun mit aller Macht dorthin zu streben; das müssen wir verhindern, indem wir den Trieb ganz locker an das Gestell, welches ja immer mit seinem stabförmigen Ende im Topfe der Pilogyne steht, lose anbinden. Schon am nächsten oder zweitnächsten Tage sieht die neugierige Pslanzenspitze wieder aus dem Fenster und will angebunden werden. So geht es den ganzen Sommer hindurch; zweimal in der Woche sicherlich müssen wir alles, was hinausgewachsen ist, in die rechte Lage bringen, und wir haben schon nach wenigen Monaten eine herrliche, grüne Wand. Wenn dann die zahllosen kleinen weißgrünen Blüten hervorkommen, die von den Bienen so ungemein gern aufgesucht werden, dann steht die Pilogyne in ihrer ganzen Herrlichkeit vor uns. Im Winter kann man diese grüne Wand selten schön erhalten. Es fallen dann viele Blätter ab, einige Zweige trocknen auch wohl ein, das Ganze sieht matt aus. Es ist dies die Art der Pilogyne, welche im Winter einen halben Winterschlaf hält und dann bei 4-9 °R. Wärme warm genug steht. Doch im Frühling, sobald neue Erde gegeben ist, treibt die alte Pflanze, wenn sie ordentlich zurückgeschnitten wird, vom Boden aus kräftiger und üppiger denn zuvor; weil sie in Form eines knolligen, fleischigen Wurzelstockes Reservestoffe hinlänglich gesammelt hat.

Viel mehr als im Zimmer wird die Pilogyne draußen im Garten verwendet, um als schwankende Festons Rosen, Fuchsien und allerlei andere Solitärbäumchen zu verbinden. Im Freien ist das Wachstum noch üppiger und schneller; armdick kann sich um den dünnen Draht, der von Baum zu Baum gezogen ist, das Zweiggewirr der Pilogyne herumlegen.

 

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