9.82 Reseda
Die so bescheidene Reseda braucht eigentlich gar keine besondere Pflege. Wir können auf den Topf des Oleanders, der Myrthe einige Samenkörner ausstreuen und die Reseda wird sich mit den Pflanzen entwickeln und hübsch ihre Töpfe bedecken. Soll die Reseda in einem besonderen Topf gezogen werden, dann tun wir gut, recht kräftige Erde zu nehmen. In Erde, die aus der Verwitterung von abgeschälten Rasen- oder Grasstücken
hervorgegangen und noch etwas faserig ist, wächst die Reseda wie in keiner anderen. Gute Gartenerde oder Mistbeeterde ist in Ermangelung solcher Rasenerde natürlich verwendbar. Man streut 8-10 Korn in einen Topf, recht schwarze, große Körner, weiße Samen sind nicht so gut, weil sie noch zu unreif sind. Der Resedasame liegt ziemlich lange, die Erde des Topfes muß beständig feucht sein, auch wohl ein Stückchen Papier über den Topf gedeckt werden, um Schatten zu geben. Die kleinen Resedapflänzchen lassen sich nur mit den größten Schwierigkeiten und den größten Verlusten verstopfen. Man sollte sich diese Arbeit stets sparen und bei der Aussaat einen hinreichend großen Topf wählen. Unter unserer steten Aufmerksamkeit und bei hellem Stande wachsen die Reseda bald heran, blühen auch schnell. Wenn sich die Blüten zu Samen ausbilden können, lassen die Pflanzen aber bald im Blühen nach. Die Blüte bleibt dagegen längere Zeit eine gute, sobald man die halbverblühten Stiele abschneidet. Oft blühen die Reseda bis spät in den Winter hinein, oft hören sie aber doch schon früher auf und dann muß man die Pflanzen
10-12 cm über dem Boden abschneiden, sie auch gleichzeitig vorsichtig umsetzen. Etwas schwieriger ist es, blühende Reseda im Winter zu erlangen. Zur Winterblüte wird der Same im August ausgesät. Mehr als 6 Pflanzen sollen in einem Topf Nr. 4 nicht stehen, aber trotzdem legt man 12 Körner, immer 2 auf eine Stelle, damit, wenn eins nicht keimt, das andere an seine Stelle tritt. Überflüssige Pflanzen lassen sich ja später abschneiden.
Soll die Reseda groß und stark werden, bedarf es zweierlei: Gleichmäßige, nicht zu hohe Temperatur, heller Stand und stete Bodenfeuchtigkeit. Am besten kommt die Reseda, wenn man die Saattöpfe in einen kalten Mistbeetkasten einsenken und ein Fenster auflegen kann, bis die jungen Pflänzchen hervorgekommen sind und einige Blätter gemacht haben. Dabei ist es aber geboten, die Fenster behufs Lüftung ordentlich hoch zu stellen. Im Zimmer würde dem frisch besäeten Resedatopf zuerst ein schattiger Stand sehr behagen, später aber volle Sonne und natürlich viel Luft. 8-10 °R Wärme ist hinreichend, mehr schadet, macht die Pflanzen dünn und schmächtig, weniger bringt erst dann Nachteil, wenn sie auf 2-4°R herabsinkt. Die Pflanzen wachsen bei solch niedriger Temperatur nicht, bekommen auch leicht rote Blätter. Zu den günstigsten Herbstmonaten, also bis zum Oktober, müssen die Pflanzen bis zur Blüte gediehen sein, sind sie das nicht, dürfen wir auch nicht viel mehr erwarten. Die beste Resedasorte ist Reseda odorata Machet. Macher; sie hat weit größere Blüten, als die gewöhnliche Reseda odorata.








