Helenes Garten

Eine alte Welt


9. Die besten Pflanzen für das Zimmer


Diese Pflanzen bevorzugte man auch schon vor mehr als 100 Jahren als Zimmerpflanzen. - Lesen Sie mehr in der Pflanzenübersicht

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9.40 Curculigo recurvata — Zurückgekrümmte Rüssellilie

Mit seinen oft meterlangen, palmartig gefalteten und immer elegant überhängenden Blättern ist das Curculigo etwas Besonderes unter den anderen Pflanzen, über die es hinwegragt oder verstohlen hindurchguckt.

Im Zimmer entwickelt sich nun zwar das Curculigo nicht so üppig wie im Glashause, weil ihm die feuchte Luft und auch wohl die Wärme fehlt, aber zufriedenstellenden Wuchs hat es doch. Man muß nur dafür einen Platz aussuchen, der immer 10-12°C Wärme hat, dem Ofen fern genug und dem direkten Lichte im Winter nahe genug. Im Sommer liebt es, wie alle Blattpflanzen, besonders die Palmen, Halbschatten und einen ruhigen Stand im Wohnzimmer oder in einer unbewohnten Stube. Zugluft ist nachteilig, weshalb das Fensterbrett draußen und der Balkon schlechte Aufenthaltsorte sind. Die Rüssellilie gebraucht verhältnißmäßig nur kleine Töpfe, leichte Erde, Lauberde ist ihr angenehmer als schwere, besonders wenn der Topf zu groß gewählt ist. Ihr Wasserbedürfnis ist kein sehr großes. Ein Mißgebilde ist die Blüte. Nicht von schwankendem Stiel wird sie getragen, oder aus knorrigem Ast hervorgetrieben, sie erhebt sich kaum über die Erde, und ist eigentlich nur ein häutiges Köpfchen, aus dem kleine schmutzig gelbe Blüten hervorsehen. Da wir des Samens nicht bedürfen, wird es uns nicht schwer sie wegzuschneiden, sobald sie hervorkommen.

Die Vermehrung des Curculigo geschieht aus Wurzelsprossen, welche entweder als fleischige Wurzelgebilde beim Verpflanzen im Frühling vom Wurzelballen abgeschnitten werden, oder schon kleine Blätter getrieben haben. Man kann diese unselbständigen Pflänzchen einzeln, besser aber zu mehreren in eine Schale oder einen Topf mit leichter Erde stecken, sie mit einer Glasglocke bedecken und anfangs möglichst warm stellen, damit sie erst in Trieb kommen. Schnelles Wachstum ist den Pflanzen vorerst nicht eigen, wenn aber 2-4 Blätter gebildet sind, dann geht es rascher, dann wird auch jedes neue Blatt zusehends größer.

Die Rüssellilie leidet oft vom Blasenfuß, wenn sie in trockener Wärme steht, besonders auf der untern Seite der Blätter. Seifenwasser und Schwamm müssen deshalb häufig Anwendung finden. Ein häßliches Übel, das sich bald mehr, bald weniger einstellt, ist das Trockenwerden der Spitzen älterer Blätter. Die Pflanzen sind deshalb nicht krank, aber sie verlieren einen Teil ihrer Schönheit durch die gelben Spitzen, die mit der Scheere abgeschnitten werden müssen. Sorgsältigste Pflege ist allein ein gutes Schutzmittel.

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