9.92 Viburnum Tinus - Lorbeerblättriger Schneeball
Steht diese Pflanze mit ihren hübschen, derben Blättern und mit den schönen, weißen Doldenblüten im Wohnzimmer, womöglich noch am wärmsten Platze, dann ist sie für allerlei Ungeziefer, besonders Thrips, bald eine beliebte Nährpflanze und zahllose Mengen der Schmarotzer sorgen dafür, daß vom schönen Grün der Blätter nichts mehr zu sehen ist.
Großer Wärme und trockener Wärme darf der lorbeerblättrige Schneeball nicht ausgesetzt werden. Im kalten Zimmer bei 1, 2, 3 °R ist über Winter sein Platz und im Sommer ist es der Garten, der Balkon oder das Fensterbrett draußen, wo die Luft ihn von allen Seiten umspülen kann und die Sonne recht derb auf die Blätter trifft. Ohne sonnigen Stand treibt Viburnum Tinus zwar auch, aber er bildet keine Blüten-Knospen, kann also im Winter auch nicht mit Blüten erfreuen. Sehr oft sind die ersten Knospen des Viburnum schon im November erblüht. Sollen die Knospen noch schneller zum Blühen gebracht werden, so muß der yjburnum aus dem kalten Zimmer ins warme kommen, aber wenn es nur irgend zu machen ist, an einen hellen, 8-10°R warmen Stand. Um die üblen Folgen so viel als möglich abzuwenden, ist häufiges Spritzen und Abwaschen
durchaus notwendig. Viburnum ohne Knospen braucht man im kalten Zimmer nicht überwintern wenn der Platz mangelt. Im Keller kommt solcher Viburnum gut durch. Das Verpflanzen geschieht bei größeren Stöcken nicht alle Jahre. Aber Ausfüllen muß man, d. h. etwas alte Erde vom Topfe fortnehmen und sie durch kräftige Mistbeeterde ersetzen. Starkes Düngen ist bei dem Viburnum im Sommer angebracht, scharfer Rückschnitt im Frühjahre, wenn die Pflanzen keine Form haben.
Man zieht Hochstämme, Pyramiden und auch Büsche, alle sind schön. Die Vermehrung der Viburnum geschieht durch Stecklinge, die sich nur langsam bewurzeln. Am vorteilhaftesten und am mühelosesten erhält man bewurzelte Stecklinge, wenn diese wie Oleander in ein Medizinglas mit Wasser gesteckt werden. In Erde dauert die wurzelung länger, sie vollzieht
sich aber ohne Glasglocke. Anfangs wachsen die kleinen bewurzelten Schneebälle nichtschnell. In Töpfen wollen sie überhaupt zuerst nicht recht fort. Können sie aber nur einen Sommer in einen Mistbeetkasten oder auf ein geschütztes Gartenbeet gepflanzt werden, dann kommen sie
ordentlich in Trieb und wachsen auch, nachdem sie zeitig im Herbst eingepflanzt wurden, im nächsten Jahre in ihren Töpfen freudig weiter.
Jeder warme, aber auch jeder zu luftige Stand ist den kleinen Pflanzen
schädlich; mehr als 1-2 °R im Winter sollten sie nie bekommen.








