9.11 Asparagus - Spargel
Harte, dabei doch ungemein zierende, schlanke Zimmergewächse besitzen wir in einigen auswärtigen Vettern unseres gewöhnlichen Spargels. Wie dieser sind sie sehr begierig auf Nahrung. Man muß ihnen deshalb kräftige Erde geben — auch etwas große Töpfe und von Zeit zu Zeit neben flüssiger Düngung die obere Erde wegnehmen und durch neue ersetzen. Wer anfangs kleine Töpfe gegeben hat, tut gut, im Laufe des Sommers zu verpflanzen.
Für gewöhnlich geschieht das Verpflanzen alljährlich einmal. Die Spargel lieben keine hohe trockene Wärme. Sie fühlen sich bei 10 bis 12 °C feuchter Temperatur am wohlsten. Das Südfenster ist für sie nicht so passend wie das Westfenster und wo von einem seefeuchte Luft in die Zimmer geweht wird, da ist es ihnen besonders angenehm und danken sie solchen Stand durch langes Grünbleiben des Laubes.
Den Winter können die Spargel im Wohnzimmer verleben, sie kommen jedoch auch im kühlen Zimmer bei 2-3 °C. Wärme durch. Im Wohnzimmer gibt es im Laufe des Winters schöne neue Triebe, die ebenso wie beim gewöhnlichen Spargel aus dem, Wurzelstock hervortreiben. Einige Arten treiben Schosse im Meterbreich, die sich nicht
selbst halten können, sondern sich in den possierlichsten Windungen ranken. Da die Schosse mit der Zeit wieder absterben und neuen aus dem Boden Platz machen, so ist es nicht sehr ratsam, Gestelle aus Holz oder Draht zu fertigen. Das Entfernen der schlecht gewordenen Ranken wird dadurch schwierig. Man tut besser, wenn man in die Mitte des Topfes einen langen Stab steckt und von den Seiten aus Bindfaden nach der Spitze desselben zieht. Möglich wird dies, sobald man an den Seiten kleine Stäbe schräg einsteckt bis handhoch über den Topf und von hier aus die Bindfaden führt. Jeder Schoß wird dann an einem Bindfaden hochgezogen, und wenn er alt und schlecht geworden ist, mit diesem abgeschnitten. Die Schildläuse, welche den Asparagus manchmal heimsuchen und sich immer an den alten absterbenden Trieben finden, können so auch auf die leichteste Art im Zaum gehalten werden . Asparagus pulmosus nanus und hybridus treiben keine langen Schosse, auch Asparagus retrofractus arboreus nicht. Er hält beinahe selbst aufrecht. Sein Laub ist von dem der übrigen wesentlich verschieden. Es ist mehr nadelartig und sind die einzelnen Nadeln bis 7 cm lang. Die Pflanze hat ein tannenartiges Aussehen und macht einen vornehmeren Eindruck als die ersten.
Noch anders ist Asparagus Sprengeri . Er hat auch ein nadelartiges Laub, doch ist es viel dicker, konsistenter, und dabei von tiefdunkelgrüner Farbe. Asparagus Sprengeri eignet sich vorzüglich zur Ampelpflanze und kann als solche große Durchmesser erreichen. L. Sprengeri ist der schönste der Spargel.
Die Vermehrung der Spargel geschieht bei tenuissimus aus Stecklingen, die man von den kurzen Seitentriebchen macht; bei den übrigen durch Teilung der Pflanzen. Vorsicht ist dabei notwendig.
Man darf die alte Pflanze nicht zu sehr stören und muß doch soviel abschneiden, daß ein Trieb mitkommt. Am besten geht das Teil en beim beginnenden neuen Trieb. Die alte Pflanze erhält sich dann leichter und die junge treibt eher. Den jungen sind auf jeden Fall erst kleinere Töpfe zu geben. Samen wird nirgends angeboten, sonst könnte man gewiss aus Samen ebenso schnell zu rasch wachsenden Pflanzen kommen.








