9.88 Sparmannia africana - Afrikanische Sparmannie.
Anfangs habe ich mich gesträubt, die Sparmannie als Zimmerpflanze anzuerkennen, weil der erste Versuch mißglückte. Seither hat sich aber meine Ansicht geändert und jetzt bin ich von den vorzüglichen Eigenschaften der Sparmannia auch als Zimmerpflanze voll überzeugt.
Mit ihren großen Blättern, ihren weißen Blüten ist sie eine Zierde auf dem Fensterbrette und eine Freude des Besitzers.
Die Sparmannias ist raschwachsend. Sie liebt deshalb große Töpfe und kräftige, mehr bindige, denn lockere Erde. Kompost, Mistbeeterde, Gartenerde, alles sagt ihr zu, sobald sie sich erst einmal an die Verhältnisse des Zimmers gewöhnt hat. Frisch gekaufte Pflanzen lassen anfangs immer einige Blätter gelb werden und abfallen, bevor sie sich dazu bequemen, in Trieb zu kommen. Die Sparmannia kann den ganzen Sommer im Zimmer stehen, an einem während der heißen Mittagssonne beschatteten Fenster, sie kann aber auch in den Garten gebracht und dort eingesenkt werden. Auch verträgt sie die trockene Luft des Balkons und des Fensterbrettes, wenn diese den Zugwinden nicht gar zu sehr ausgesetzt sind. Am schönsten wird die Sparmannia immer im Zimmer. Hier hat sie mehr Muße und Ruhe, hübsche, große Blätter zu treiben und die Blüten schön zu entwickeln. Bei dem raschen Wachstum der Pflanze ist es kein Wunder, wenn man sie reichlicher mit Wasser versorgen muß, als manche andere, sowohl im Sommer als im Winter. Im Sommer ist auch manchmal ein Dungguß sehr am Platze, um den schwächer werdenden Trieb neu anzuregen. Über Winter kann man die Sparmannia
ins kalte Zimmer bringen, bei 2 bis 3 ° R . Sie bleibt hier ungezieferfrei, bekommt aber fast immer gelbe Blätter. Im Wohnzimmer, im hellen Stande ist die Pflanze genügsam, und kann auch schöne Blütenknospen entwickeln. Sparmannia ist Zugluftempflindlich, verträgt Sie den Standort nicht, dann werden ihre Spitzen und auch ihre Blätter gern von Blattläusen und vom Thrips ausgesucht. Eine fortwährende Achtsamkeit aus dieses Ungeziefer ist deshalb dringend notwendig ebenso wie zeitweiliges Waschen und Spritzen
Man kann die Sparmannia leicht aus Stecklingen ziehen. Es werden Spitzentriebe mit 3-4 Blättern dazu verwendet. Die größten Blätter kürzt man bis zur Hälfte ein, damit sie nicht unnütz viel Wasser verdunsten und daß- Anwachsen hindern. Im Vermehrungskasten gesteckt, etwa im Monat März oder April, oder in einen Topf und dort mit einer Glasglocke überdeckt, gibt es bald bewurzelte Triebe, die noch im selben Jahre fußhoch werden und blühen können. Auch Samen läßt sich zur Vermehrung benutzen, doch ist die Anzucht aus Samen langwierig und deshalb wenig praktisch. Von der gewöhnlichen Sparmannia gibt es noch eine Zwergform: Sparmannia africana nana ; sie ist fast empfehlenswerter, als die erste, weil sie nicht so stark wächst und man deshalb nicht gezwungen ist, das Messer so häufig anzusetzen, um die langgewordenen Triebe wieder einzukürzen und die Pflanze auf die für das Zimmer notwendige Größe zurückzuführen.








