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1. Von den Vorbedingungen für eine lohnende Pflanzenkultur im Zimmer.
1.1.1 Gemeinsame Interessen
Da wir auf dem Fensterbrette selten Platz genug finden, um alle Pflanzen aufzustellen, so müssen wir weiterhin beurteilen lernen,welche Gewächse das hellste Licht am notwendigsten haben, und auf dem Brette stehen müssen und welche in ihren Ansprüchen genügsamer sind.
Für den Unkundigen ist es wichtig, daß Pflanzen mit großen, festen, lederartigen Blättern, wie Palmen, Drachenbaum, Schildblatt, Zehrwurzelstrauch u. a. m.das Licht nicht so durchaus notwendig haben, wie Gewächse mit kräftigem Triebe, und solche mit feinen dünnen Blättern, wie Adiantum, Fuchsien, Cinerarien, Heliotrop. Letztere müssen unbedingt vorn auf das Fensterbrett kommen.
Damit das Fensterbrett nicht von der Feuchtigkeit der Töpfe leide, wird ein eben solches Brett auf 5-6 cm hohen Leisten stehend, darüber gelegt. Wo einzelne Fenster nicht geöffnet werden brauchen, lassen sich auch mehrere solcher Bretter - schwebend oder auf Leisten ruhend - anbringen, und sind sie für junge Pflanzen für Aussaaten sehr zweckdienlich, weil sie den hellsten Platz bieten.
Empfehlenswert ist auch das verbreiterte Fensterbrett oder der Fenstertisch. Man kann sich diesen selbst fertigen. Es ist nur vermittelst Scharnieren auf der Unterseite des Fensterbrettes ein neues Brett in Form einer Klappe anzubringen. Das Brett muß, damit es mit dem Fenster gleiche Höhe erhält, von der Stärke des Fensterbrettes sein. Vorn bekommt es eine Stütze, die zum Herausnehmen oder Seitwärtsbiegen eingerichtet ist. Wird das Holz des Fenstertisches mit der Einrichtung des Zimmers in Einklang gebracht, so bildet die einspringende blumenbesetzte Tafel eine allerliebste Zierde.

Bild: verbreitertes Fensterbrett
In der Mitte und an der Seite derselben können einige höhere, unten wenig belaubte Pflanzen Platz finden, um etwas Abwechselung zu geben, sonst muß daraus gesehen werden, daß die kleineren Pflanzen nach vorn kommen.
Sehr vorteilhaft ist die Pflanzenstellage im kalten Zimmer zur Überwinterung von Gewächsen. Sie muß natürlich auch hier dicht am Fenster stehen und kann nur weiter abgerückt werden, wenn ausnahmslos wenig lichtbedürftige Pflanzen darauf stehen. Der Blumentisch hat den großen Vorteil, daß er sich leicht aufstellen und als hübscher Dekorationsgegenstand verwenden läßt.
Für die Pflanzen ist er nicht vorteilhaft, weil er dem Lichte zu wenig Platz bietet und weil er, wenn er hübsch sein soll, zu viel Pflanzen aufnehmen muß.Die wenigen Glücklichen, welche dem Lichte zugekehrt sind, müssen den kargen Raum mit vielen anderen Teilen, die übrigen dagegen, welche hinter dem Rücken ihrer Vordermänner stehen, sie haben weder Platz noch Licht.
Man sieht deshalb sehr selten einen Blumentisch, in dem sie freudig gedeihen. Sie halten sich nur in ihm, wenn man die richtige Auswahl an Pflanzen getroffen hat. Dies sind Pflanzen mit einer außerordentlichen Lebenszähigkeit besitzen. Beispiele sind die «Schildblume, die Zwergpalme, das Riemenblatt, der gedrängte Drachenbaum, etliche harte Farne. Doch einseitig werden auch diese Pflanzen immer. Ihre wirkliche Schönheit, den eleganten gleichmäßigen Wuchs, verlieren sie, und Pflanzen, die längere Zeit im Blumentische gestanden haben, können nur durch die Masse wirken, als Einzelpflanzen sind sie verdorben. Selbst Blumentische mit drehbarer Scheibe können die Mängel nicht beseitigen, und werden immer mehr oder weniger schädlich für die Pflanzen bleiben.
Wirklich praktisch wird der Blumentisch erst dann, wenn wir sein Becken mit Erde füllen — dahinein mit oder ohne Topf, eine hohe Pflanze setzen Drachenbaum, Palme, Riemenblatt,usw. die sich ungehindert ausbreiten können. Den übrigen Teil kann man mit Tradescantie oder Efeu bepflanzen. Beide überwuchern den Tisch recht bald und geben ihm ein wirklich hübsches Ansehen.
Praktischer als der Blumentisch, ebenso elegant, und leicht im Zimmer unterzubringen ist der Blumenständer. Er ist mir für nicht gar zu empfindliche Gewächse, die ich aufstellen will, damit ihre volle Schönheit zur Geltung gelangt, der geeignetste Gegenstand.
Der Pflanzenständer kann so eingerichtet sein, daß nur eine Pflanze Platz hat, eine Blattpflanze - eine Fächerpalme, ein Drachenbaum oder ein Blütengewächs - eine Azalee, eine Rhododendron etc. Er kann aber auch mehrere Arme haben und dann auf jedem Arm eine Hauptpflanze und mehrere Nebenpflanzen.
Für empfindliche krautartige Gewächse und zur Heranzucht der Pflanzen ist freilich der Blumenständer auch nicht geeignet. Ein ganz eigenartiges Gerät, noch einige Pflanzen unterzubringen, ist die Ampel; sie wird aus Draht, aus Holz, aus Kork, selbst aus Ton gefertigt und hängt wie das Netz einer Spinne an verschiedenen Drahtfäden vor dem Fenster.
Die Bepflanzung der Ampel kann ebenso verschieden sein, wie die Ampel selbst. Es läßt sich darin eine aufrecht wachsende Pflanze, einsetzen, umgeben von Schlinggewächsen, hauptsächlich dient aber die Ampel dazu, unsere Schlingpflanzen, den Indenbart, die Tradeseantie zur Geltung zu bringen.
Ampelpflanzungen wollen oft deshalb nicht gelingen, weil sie dem Züchter schlecht erreichbar sind und doch - mehr wie die, in Töpfen auf der Fensterbank stehenden Pflanzen des Wassers bedürfen, weil sie schneller austrocknen. Ampeln aus durchbrochenen Stäben oder aus Drahtgeflecht, welche man sich selbst fertigen kann, erhalten inwendig ein Polster aus Moos um rasches Austrocknen und Fortschwemmen der Erde zu verhindern. Zuviel läßt sich bei Ampeln selten gießen.













