Helenes Garten

Eine alte Welt


9. Die besten Pflanzen für das Zimmer


Diese Pflanzen bevorzugte man auch schon vor mehr als 100 Jahren als Zimmerpflanzen. - Lesen Sie mehr in der Pflanzenübersicht

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9.90 Tradescantia - Tradescantie

Ob es wohl eine härtere und anspruchslosere Pflanze gibt, als die Tradescantie? Sie wächst im Salon, im Wohnzimmer, in der kalten Stube und läßt stets ihre saftigen, grünen Triebe, dies so gern von den Mäusen gefressen werden, hinunterhängen bis auf den Boden.

Nur in der Jugend sind die Tradescantien - ich verstehe augenblicklich darunter nur die gewöhnlichen, die Tradescantia geniculata lichtbedürftig. Wenn man von den Triebspitzen fünf oder sechs an den Rand und eine in die Mitte eines nicht zu großen Topfes steckt, dann ist es unbedingt notwendig, soll aus den Stecklingen etwas werden, den Topf ganz nahe ans Fenster zu stellen und ihn hier so lange stehen zu lassen, bis die Tradescantien handlange Triebe haben. Es vergehen darüber nur etliche Wochen, denn die Tradescantien Stecklinge wachsen ohne viel Umstände sofort weiter. Die Stecklinge lassen sich zu jeder Jahreszeit machen; im Sommer müssen sie Schatten erhalten. Am vorteilhaftesten steckt man im Frühjahr und erhält dann über Sommer hübsche Pflanzen und kann diejenige auch aus den wenig hübschen, alten überwinterten Pflanzen machen und diese wegwerfen.

Am üppigsten wachsen die ziemlich groß gewordenen Tradescantienpflanzen natürlich am Fenster; wenn sie aber die vorhin angedeutete Größe erlangt haben, lassen sie sich recht gut an ungünstigeren Stellen, auf Konsolen, Eckbrettern, am Rande des Blumentisches, auf dem Aquarium etc. verwenden. Mit der Zeit werden die

Pflanzen hier zwar schlecht, doch infolge der überaus leichten Anzucht läßt sich für Nachzucht ohne Schwierigkeit sorgen. Die leichte Art der Vermehrung und die noch leichtere der Weiterrzucht - dieselbe besteht nur darin, die Pflanzen mit Wasser zu versorgen - macht die Tradescantien auch geeignet, einen grünen Rasen im Wohnzimmer herzustellen. Ich sah sie dazu verwendet in einem Blumentische, dessen Blecheinsatz mit Erde gefüllt war. Der ganze Blumentisch war grün. Bis in die Zweige der übrigen Pflanzen, welche auf umgestülpten Blumentöpfen etwas erhöht standen, hatten sich die Tradescantien hineingerankt und bis auf den Boden waren sie auch wiederum hinuntergefallen, so daß der ganze Tisch einer grünen Säule glich. Nicht so zähe wie Tradescantia geniculata ist Tradescantia zebrina mit grauweißgestreiften, auf der Unterseite blaßroten Blättern und gedrungenem Wuchs. Die empfindlichste und für schattige Stellen gar nicht verwendbare Tradescantie ist Tradescantia tricolor weiß, rot und grün, manchmal auch ganz weiß und von metallischem Glanze sind die Blätter. Man sieht es ihnen an, daß sie zarte Gebilde sind und läßt sie gern der großen Schönheit wegen am Fenster stehen.

 

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