9. Die besten pflanzen für das Zimmer
welche pflanzen wählte man vor mehr als 100 Jahren für die Wohnung aus
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9.56 Heliotrop - Vanille - Heliotrop
Köstlich ist der Duft des Heliotrops, köstlich auch seine große blaue Blüte und köstlich ist es schließlich, wenn man von ihm ein oder zwei Pflanzen im. Zimmer hat, so recht üppig und schön. Gar so einfach und so selbstverständlich ist dies nicht einmal. Der Heliotrop hat seine Launen und soll er uns durch seine Blüten erfreuen, will er als Gegendienst zum mindesten den hellsten Platz dicht am Fenster, weder zu kalt noch zu warm, 8-10 °C . Auf dunklem oder heißem Stande schießen seine Triebe unschön in die Höhe und erscheinen so winzig kleine Blüten, daß sie kaum des Ansehens Wert sind.
Neben der richtigen Auswahl des Platzes ist auch gute Erde von hohem Wert. Der Heliotrop liebt keine leichte Erde, je kräftiger, je nahrhafter sie ist, desto besser. Rasenerde, die mit Dünger kompoftirt war, Mistbeeterde oder gar Erde, die aus Fäkalien gewonnen wurde, sagen ihm zu.
Im Sommer steht der Heliotrop draußen besser, als im Zimmer. Auf dem Balkon, im Kasten ausgepflanzt, entwickelt er sich prächtig, auch im Garten, selbst wenn er dort nur mit den Töpfen eingesenkt wird. Häusiger Düngerguß kräftigt ihn. Die über Sommer ausgepflanzten Heliotrop müssen schon zeitig im Herbst, im September wieder in Töpfe kommen. Sie werden alsdann mit ziemlichen Ballen herausgehoben, eingesetzt, tüchtig zurückgeschnitten und ins Zimmer gebracht. Hier treiben sie lustig wieder aus, bringen am Südfenster auch im Winter etliche Blumen.
Vieljährige Heliotroppflanzen zu pflegen, macht keinen Spaß. Schon im dritten Jahre sind die Stöcke unten kahl und unansehnlich. Man wirft sie besser fort und zieht sich im Frühjahre aus ihren Spitzen neue Pflanzen, welches mit Zuhilfenahme der Glasglocke sehr leicht geht.
Einzig als Hochstamm ist der Heliotrop viele Jahre zu gebrauchen. Der Hochstamm zieht sich rasch, wenn man immer die Seitentriebe entfernt oder entspitzt und nur die Spitze hochtreiben läßt. So ein Stamm wird aus lauter Absätzen gebildet. Immer, wenn ein Spitzentrieb seine Blüten entwickelt, treibt dicht daneben ein kräftiger Seitentrieb, der für uns die Verlängerung gibt. Alle Blütenknospen kneifen wir, sobald es geht, aus. Am späteren Stamm sieht man die Zusammensetzung aus den einzelnen Trieben nicht.

