Helenes Garten

Eine alte Welt


9.2 Achimenes


Welche pflanzen wählte man vor mehr als 100 Jahren für die Wohnung aus

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9.2 Achimenes

Achimenes sind kleine niedliche Pflanzen, welche über Sommer treiben, blühen und nach der Blüte wieder absterben und ruhen. Ganz eigenartig gekringelte und gekräuselte weiße oder gelbe Gebilde, wie die Zeichnung sie wiedergibt, finden wir dann im Topfe, wenn wir ihn untersuchen. Nach dem Absterben werden die Pflanzen aber nicht ausgetopft, sie bleiben trocken und warm in der Stube stehen und erhalten im März erst neue Erde zum neuen Wachstum. Es wird dann jedes einzelne dieser schwanzartigen Gebilde aus der alten Erde herausgelöst, sehr sorgfältig, damit sie nicht brechen, und der neue, nicht zu große Topf, welcher mit

Scherben u.s.w. regelrecht zubereitet und mit Heide- oder Lauberde gefüllt ist, damit bespickt. Wir legen die Rhizome der Länge nach hin, möglichst gleich große in einen Topf, da sie sonst unregelmäßig treiben, und 5-6-7 auf die Fläche. Wie Samen werden die Rhizome nachher mit Erde bedeckt ebenso hoch, wie sie dick sind und dann angegossen. Jetzt vergehen 2—3 Wochen bis die Triebe kommen. Sind sie so hoch gewachsen, daß sie über den Topfrand gucken, füllen wir gern den Topf ganz mit Erde. Die kleinen Achimenes kommen dadurch etwas tiefer und müssen an ihren dünnen Stengeln Wurzeln bilden, was ihnen sehr gut tut.

Wenn wir viele Rhizome haben, können wir auch viele zusammen in eine Schale legen und die Pflanzen später in Töpfe setzen. Es hat dies den Vorteil, daß die großen Pflanzen auf jeden Fall zusammen könnnen und gleichmäßiger blühen.

Die Achimenes, seien sie nun regelrecht eingepflanzt oder in einer Samenschale untergebracht, müssen auf jeden Fall einen warmen Platz erhalten. So lange die Triebe noch nicht hervorgekommen sind, stehen die

Töpfe auf dem Ofen in den bei der Samenzucht beschriebenen Kästen. Lassen sich die jungen Keime blicken, ist das Fensterbrett im Wohnzimmer der einzig richtige Stand. Scharfe Sonnenstrahlen sind dort abzuhalten.

Achimenes lieben, leichten Schatten. Fingerlange Pflanzen treiben schon Knospen und bringen mit jedem neuen Blattpaar Freude.

Das Wasserbedürfniß am stärksten, zu Anfang, wo der Trieb beginnt. Nach der Blüte gießt man weniger, hört schließlich ganz.auf. Das Laub, welches mittlerweile vertrocknet ist, wird abgeschnitten und der Topf verschwindet vom Fenster nach einem trockenen, 8 bis 10°C. warmen Orte bis zum Frühjahre.

Im Frühbeetkasten sind die Achimenes viel leichter zu ziehen. Es werden die Töpfe eingesenkt, die Fenster des Kastens zugemacht und beschattet. Später ist Lüften, das ja auch im Zimmer stattfindet, notwendig, der Schatten aber bleibt.

Die Vermehrung der Achimenes geschieht ausschließlich durch die Rhizome- Welche sich hinreichend bilden. Es lassen sich aber auch die jungen fingerlangen Triebe als Stecklinge benutzen.

Alle Achimenes sind hübsch, aber auch alle im Zimmer etwas empfindlich, und der sorgsamsten Aufsicht bedürftig.

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